Unsere Tauben
Hier stellen wir einige aktuelle und ehemalige Bewohner unserer Volieren vor.
Jede unserer Tauben hat ihre eigene Persönlichkeit und Geschichte. Viele wurden mit teils sehr schweren Verletzungen aufgefunden. Allen konnte geholfen werden.
Linda
Linda wurde als Jungtaube am Altonaer Bahnhof gefunden. Sie saß zusammengekauert auf dem Boden, an eine Linde gelehnt (daher ihr Name). Sie war flugunfähig und humpelte beim Fluchtversuch. Die Tierärztin stellte einen Flügelbruch und eine starke Prellung der linken Körperseite fest (verursacht vielleicht durch einen Tritt), außerdem tiefe Einschnürungen am rechten Fuß.
Lindas gebrochener Flügel musste für längere Zeit ruhiggestellt werden, ihr Fuß in mehreren Sitzungen entschnürt und die darunterliegenden Wunden verheilen. Nach einigen Wochen in der Pflegestelle zog Linda in die Voliere ein, um ihre Flugmuskulatur wieder aufzubauen. In der Voliere verliebte sie sich in Doro, wobei sich herausstellte, dass Linda in Wirklichkeit ein Täuber ist.
Linda kümmert sich sehr aufopferungsvoll um seine (Kunstei)-Nester und schlägt kräftig mit dem Flügel zu, wenn man seinem Nest zu nahe kommt. Zusammen mit Doro, die ordentlich zuhacken kann, bildet er ein unschlagbares Team.
Doro
Doro ist eine ganz besondere Taube. In Winterhude wurde sie als Jungvogel gesichert. Abgemagert und schwach suchte sie Hilfe bei Menschen auf deren Balkon und hupfte sogar mehrmals ins Wohnzimmer. Die Menschen brachten Doro zu einer Tauben-Pflegestelle, wo sie aufgepäppelt und gegen Parasiten behandelt wurde.
Schließlich konnte Doros Pflegerin sie gesund wieder in die Freiheit entlassen. Doch hatte sie die Rechnung ohne Doro gemacht - 2 Tage später saß Doro wieder auf dem Balkon ihrer Pflegerin! Hier durfte sie nun noch einige Zeit bei Kost und Logies verweilen, bis schließlich ein Platz in der Auswilderungsvoliere frei wurde. Dort verliebte Doro sich in Täuber Linda.
Seither sind die beiden unzertrennlich. Und gemeinsam gut gewappnet für das harte Leben in Freiheit: Doro kann gut zuhacken und Linda kann kräftig mit den Flügeln zuschlagen.
Trude
Trude wurde von einer Taubenfreundin in einem Tunnel gefunden. Sie konnte kaum stehen, fiel immer wieder auf die Seite. Trude war zu schwach zum Flüchten und ließ sich ohne Widerstand von ihrer Finderin aufnehmen.
Bei der Tierärztin stellte sich heraus, dass Trudes Zustand sehr kritisch war. Ursache für ihre Gleichgewichtsstörungen war ein massiver Befall mit taubenspezifischen Parasiten. Trude bekam Medikamente und B-Vitamine. Trotz ihrer Schwäche zeigte sie Ausdauer, kam immer mehr zu Kräften, ihre Bewegungen wurden sicherer, das Gleichgewicht kam zurück. Inzwischen kann Trude wieder fliegen und gewinnt in der Voliere stetig weiter an Sicherheit und Kraft.
Rieke
Rieke wurde an einem späten Winterabend unter einer S-Bahnbrücke gefunden. Sie saß auf dem Boden, unfähig zu fliegen. Zum Glück zögerte ihr Finder nicht, setzte sie in einen Karton und brachte sie noch in derselben Nacht in eine Pflegestelle.
Riekes Zustand war sehr kritisch: Stark untergewichtig war sie nicht mehr in der Lage, selbstständig Nahrung aufzunehmen. Der Tierarzt stellte fest, dass ihr Körper stark belastet war von taubenspezifischen Parasiten. Rieke wurde medikamentös behandelt, ihre Pflegerin päppelte sie mit Körnerbrei. Allmählich begann Rieke, wieder selbständig Körner zu picken und gewann an Kraft.
Als sie erste Flugversuche im Wohnzimmer unternahm, durfte sie in die Voliere umziehen. Hier kräftigt sie ihre Muskeln und genießt die Gesellschaft der anderen Tauben. Besonders die von Dorado, mit der Rieke sich in der Voliere verpartnert hat. Dabei stellte sich heraus, dass Rieke ein Täuber ist.
Angel
Angel ist buchstäblich vom Himmel gefallen. Ein Raubvogel hatte ihn angegriffen und dabei Federn und Haut seines Flügels abgerissen. Zu seinem großen Glück fiel Angel direkt in die Arme einer völlig verdutzten Passantin, die den schwer verletzten Vogel in eine Pflegestelle brachte.
Angel überraschte alle: Trotz seiner schweren Verletzungen war er aufmerksam und neugierig und wirkte voller Lebenswillen. So beschlossen Tierärztin und Pflegestelle, ihm eine Chance zu geben. Und Angel nutzte sie: Ganz vorbildlicher Patient, ließ er regelmäßige Medikamentengaben und Verbandswechsel ruhig über sich ergehen. Als seine Wunde abheilte und Angel mit seinen Flügeln zu schlagen begann, durfte er in die Voliere umziehen. Hier übt er nun das Fliegen. Und das klappt schon so gut, dass man ihm seine schweren Verletzungen kaum noch anmerkt.
Allison
Allison wurde im Bahnhof Altona gefunden. Er war sehr abgemagert und konnte kaum laufen. Es stellte sich heraus, dass seine Füße massiv verschnürt waren. Fäden und Haare hatten sich tief ins Fleisch eingeschnitten.
Unter Schmerzmittel wurden Allisons stark geschwollene Füße von den Verschnürungen befreit. Dabei fand sich in dem Fädenknäuel eine bereits abgetrennte Zehe. Allison bekam einen Wundverband und Antibiotika und die Füße schwollen ab. Trotzdem konnten nicht alle Zehen gerettet werden. Am rechten Fuß mussten alle bis auf eine Zehe amputiert werden.
Nachdem Allison sich in einer Pflegestelle von der Amputation erholt und an Gewicht gewonnen hatte, durfte er in die Voliere umziehen. Hier konnte er üben, mit seinem eingeschränkten rechten Fuß zurechtzukommen, bevor er fit und gemeinsam mit seiner neu gefundenen Partnerin wieder in die Freiheit entlassen wurde.





